Konzept

Hauskonzept herunterladen (PDF)

Wir sind…

… ein buntes Haus in dem die Beteiligten die Vielfalt des Lebens in der Dresdner Neustadt widerspiegeln.

… ein umweltfreundliches Haus in einer konsequent ökologischen Bauweise mit einem natürlich gestalteten Garten, unter Einsatz regenerativer Energien und mit einer eigenen Bio-Vollwert-Küche.

… ein offenes Haus mit einer transparenten Struktur, wo die Unterschiedlichkeit der Kinder Normalität ist.

… ein gemeinsames Haus das durch Mitbestimmung der Kinder und Selbstverwaltung der Erwachsenen gemeinschaftlich gestaltet werden soll.

… ein kreatives Haus mit Freiräumen, in denen die Kinder schöpferisch und phantasievoll mit anregenden Materialien spielen können.

… ein Kinderhaus!

Trägerstruktur

Der Träger ist ein gemeinnütziger Verein, der sich zum Zweck gegründet hat, eine weitere Kindertageseinrichtung in der Äußeren Neustadt in Dresden einzurichten. Der Verein versteht sich ausdrücklich als Eltern-und MitarbeiterInnen-Initiative. (Ordentliche) Mitglieder können und sollen die Eltern, deren Kind/er das Kinderhaus besuchen, und alle angestellten MitarbeiterInnen sein; Fördermitgliedschaften interessierter BürgerInnen und Firmen sind darüber hinaus erwünscht.

Das zentrale Gremium der Einrichtung ist die Mitgliederversammlung (MV). Hier werden inhaltliche und betrieblich-organisatorische Wege und Fragen von Eltern und MitarbeiterInnen gemeinsam entschieden. Die MV wählt – laut Satzung – zur Geschäftsführung einen Vorstand, einen Einstellungsausschuss und einen Aufnahmeausschuss. Der Vorstand delegiert die betrieblich-organisatorische und die pädagogische Leitung der Einrichtung an eineN betrieblicheN und eineN pädagogischeN LeiterIn; diese werden vorrangig das Tagesgeschäft übernehmen und stetiges Bindeglied zwischen dem Träger und dem Alltag im Kinderhaus sein. Arbeiten, die nicht von der Geschäftsführung und den anderen MitarbeiterInnen abgedeckt werden können, werden Arbeitsgruppen (AG) übernehmen, die sich aus der Initiative der Eltern heraus bilden (z.B. AG Bau, AG Feste, AG Finanzen,….). Alle Eltern oder sonstige Erziehungsberechtigten sind mit mindestens einer Person in einer Arbeitsgruppe aktiv. Jede AG arbeitet selbstverantwortlich und in Kooperation mit den übrigen Gremien oder AnsprechpartnerInnen und informiert die MV über ihre Arbeiten; die MV bestätigt die Gründung und Auflösung einer AG.

Bisherige Tätigkeitsfelder

Das Kinderhaus auf der Holzhofgasse 17 ist das erste Projekt des cocolores e.V. Die Vereinsmitglieder bringen auf Grund ihrer Berufe ein hohes Maß an pädagogischer (ErzieherInnen, Heilpädagogin, Erziehungswissenschaftlerin, Motopädin, Logopädin) und betriebswirtschaftlich-organisatorischer (Agraringenieurin, Wirtschaftsingenieurin, Bankkaufmann) Kompetenz ein. Cocolores e.V. verfügt über langjährige Erfahrungen in der Vereinsarbeit und überzeugt durch Engagement, Durchhaltevermögen, Kreativität und Optimismus bei der Realisierung seiner Ziele. Zudem sind die meisten Vereinsmitglieder selbst Eltern und besitzen vielfältige Erfahrungen mit Kindertageseinrichtungen. Vereinsmitglieder nahmen regelmäßig an den Stadtteilgesprächsrunden teil.

Umgang mit Ressourcen des Hauses und des Trägers

Der cocolores e.V. schöpft aus dem Erfahrungs- und Wissensspektrum der Kinder, Eltern, Vereinsmitglieder bzw. MitarbeiterInnen. So fließen im Moment die Kenntnisse von ErzieherInnen, einer Heilpädagogin, einer Erziehungswissenschaftlerin, einer Motopädin, einer Logopädin, einer Wirtschaftsingenieurin, einer Agraringenieurin und eines Bankkaufmanns mit ein. Die heterogene Zusammensetzung der Kinder unseres Kinderhauses vermittelt, dass es normal ist verschieden zu sein. Daraus ergibt sich ein reicher Schatz an Lerninhalten, der das Leben im Kinderhaus durchzieht. Wie im „Sächsischen Bildungsplan” beschrieben, sind ErzieherInnen verantwortlich dafür, welche Gelegenheiten jedes Kind hat, aktiv zu werden. Das bedeutet für das Kinderhaus, die Kinder mit einer durchdachten, vorbereiteten Umwelt, einer der Konzeption entsprechenden Architektur bzw. Raumverteilung sowie einem dementsprechenden Außengelände zu umgeben.

Das Kinderhaus des cocolores e.V. ist als Passivhaus in konsequent ökologischer Bauweise errichtet worden. Es werden möglichst im großen Umfang regenerative Energien und ressourcen-schonende Technik genutzt, wodurch die Kinder unter anderem die Möglichkeit bekommen moderne und zukunftsfähige Energienutzung und Ressourcenschonung zu (er)leben und mit den Techniken vertraut zu werden (z.B. Solaranlage, Regenwassernutzung). Die Kinder können auch am fertigen Gebäude die Baumaterialien erfahren. Die Anordnung bzw. Bereitstellung der Räume orientiert sich an den neuesten neurobiologischen und pädagogischen Erkenntnissen und ist ein weiterer wichtiger Bestandteil des Konzeptes.

Das Kinderhaus hat zwei Etagen. In jeder Etage befinden sich zwei Gruppengemeinschaften. Eine Gruppengemeinschaft besteht aus zwei Gruppen mit jeweils bis zu 12 Kindern. Jede Gruppe hat einen Gruppenraum. Die Gruppenräume sind miteinander verbunden. Zusätzlich gibt es jeweils einen weiteren Raum für spezielle Nutzungen (z.B. Werkstatt/Atelier oder Verkleidungsraum). Die zwei Gruppen einer Gruppengemeinschaft nutzen gemeinsam eine Garderobe und ein Bad. Jede Gruppengemeinschaft verfügt über eine eigene Küchenzeile inklusive Arbeitsfläche, Herd und Kühlschrank. An den mittigen Haupteingang schließt sich ein offener Eingangsbereich im Erdgeschoss an, in dem Begegnungen von Kindern und Eltern möglich sind (auch Platz für Informationen). Rechts und links vom Eingangsbereich bzw. über eine Treppe ins 1. Obergeschoss erschließen sich die vier Gruppenbereiche. Das „Herz” des Kinderhauses ist der große Mehrzweckraum im Erdgeschoss, der sich auch zum Garten hin öffnet. Er verbindet durch seine Transparenz den Straßeneingang mit dem Garten. Drei Gruppen verfügen über einen eigenen Zugang zur Freifläche. Im Erdgeschoss jeweils über eine Terrasse, im Obergeschoss über die Fluchttreppe. Diese baulichen Bedingungen ermöglichen weitere Beziehungen im Kinderhaus über die Grenzen der Gruppengemeinschaft hinweg. Der „Bauch” des Kinderhauses – unsere Kochküche – ist ebenfalls im Erdgeschoss angeordnet. Die Gestaltung des Außengeländes sichert den Kindern die Möglichkeit der eigenständigen Betätigung in einer relativ naturbelassenen Umgebung, in einer ihren Grundbedürfnissen entsprechenden Lebenswelt.

Wie im „Sächsischen Bildungsplan” beschrieben, treten Kinder mit Hilfe von Körperbewegungen mit ihrer Umwelt in Kontakt. Bewegung ist deshalb ein zentrales Element des Bildungsprozesses und Voraussetzung für die Entwicklung kognitiver, emotionaler, interaktiver, sozialer und sprachlicher Fähigkeiten. Sie dient zur Stärkung des Selbstbewusstseins, zum Erlernen von Eigenverantwortung/ (Körper-) Haltung und dem Zulassen von Entspannung. Die Kinder lernen nur im Umgang mit ihrer Körperlichkeit eigene Grenzen kennen. Die räumliche Wahrnehmungsfähigkeit, das situative Einschätzungs- und Urteilsvermögen, Reaktionsvermögen und Geschicklichkeit in der Bewegung sind Voraussetzungen, um Situationen erkennen und handhaben zu können.

Der pädagogisch vorbereitete Garten komplettiert das Gesamtkonzept des Kinderhauses. Neben einer befestigten Fläche und einer großen Wiese gibt es unter anderem ein Sandspielplatz mit Wasserpumpe, ein Amphitheater, ein Burgberg mit Planenrutsche, Wurzeln und Stämme zum Klettern sowie eine Schaukel. Außerdem stehen den Kindern Beete und ein Weidenpalast zur Verfügung. Ein Lehmbackofen ist geplant. Es gibt eine – dem Bedürfnis nach Rückzug gerecht werdende – Bepflanzung, die gleichzeitig die verschiedenen Nutzungsbereiche der Freifläche zoniert.

Organisation

Der Träger ist ein gemeinnütziger Verein. Der Verein versteht sich ausdrücklich als Eltern- und MitarbeiterInnen-Initiative. Das Kinderhaus ist von 7 bis 17 Uhr geöffnet. In altersgemischten Gruppen werden bis zu 96 Kinder bis zum Schuleintritt betreut. Es gibt vier Gruppengemeinschaften aus je zwei Gruppen. Jede Gruppe besteht aus bis zu 12 Kindern. Pro Gruppengemeinschaft arbeiten 3 ErzieherInnen in Teilzeit, die von FSJlern oder FÖJlern unterstützt werden. PraktikantInnen und Auszubildende sind herzlich willkommen. Das Kinderhaus hat eine pädagogische Leitung sowie eine betrieblich-organisatorische Leitung.

Leitsätze

Das Leben im cocolores-Kinderhaus ist bestimmt vom…

1. Miteinander von Kindern

Jedes Kind wird in seiner Einzigartigkeit wahrgenommen und anerkannt. Dabei wird seine Individualität als Bereicherung für die Gemeinschaft anerkannt und gefördert. Es wird als gleichberechtigter und gleichwertiger Partner gesehen, dessen Bedürfnisse, Gefühle und Wünsche wahrgenommen und berücksichtigt werden. Bildung wird als aktiver, individueller Prozess der Konstruktion des eigenen Weltbildes, der Persönlichkeit und des Bildes von sich selbst verstanden. Das Kind ist Akteur seiner Bildung. ErzieherInnen begleiten und unterstützen die Kinder. Sie schaffen eine vertrauensvolle, verlässliche und tragfähige Beziehung zum Kind als Basis für dessen Selbstbildungsprozesse. Die Kinder leben in altersgemischten Gruppengemeinschaften im Kinderhaus, die ihnen eine familiäre Situation bieten. Sie haben so die Möglichkeit, allmählich und im selben Umfeld mit den gleichen Bezugspersonen die verschiedenen Lebensphasen vom Klein(st)kind bis zum selbständigen Vorschulkind zu durchlaufen. Die sich ergebenden vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten zwischen den einzelnen Alterstufen ermöglichen den Kindern das mit- und voneinander Lernen sowie das Innehaben von Rollen, die sie in ihrer Familie (zum Beispiel als Einzelkind) nicht erfahren können. Lernen wird verstanden als stetiger individueller Prozess aus eigenem Antrieb und eigener Neugier. In Anlehnung an den „Sächsischen Bildungsplan” werden die Rahmenbedingungen im Kinderhaus so gestaltet sein, dass keine Kinder ausgegrenzt werden bzw. möglichst jedes Kind in seiner Wohnumgebung aufgenommen werden kann. Das heißt für das Kinderhaus des cocolores e.V., dass entsprechend der Kapazitäten alle Kinder, also auch sozial belastete, kranke und/oder behinderte Menschen hier einen Platz/Ort finden können (Inklusion). So werden auch Kinder, die im Sinne des § 1, § 4 Abs. 3, § 55,56 SGB IX oder des § 35a Abs. 1 Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII) behindert oder von Behinderung bedroht sind, aufgenommen. Die Kinder können so Unterschiedlichkeit als Normalität erleben und befähigt werden, nach eigenen Wegen des Spielens und Lernens zu suchen. Wir wollen kein Kind von der Möglichkeit ausgrenzen, reichhaltige soziale Beziehungen einzugehen, sondern der Komplexität ihrer Fähigkeiten und Begabungen gerecht werden und das Leben in seiner heterogenen Mischung auch im Kinderhaus wieder finden. Das Kind soll erfahren, dass es in seiner gesamten Persönlichkeit angenommen ist, dass seine Individualität als Bereicherung für die Gemeinschaft anerkannt wird.

2. Miteinander von Kindern und ErzieherInnen

Gemeinsam gestalten Kinder und ErzieherInnen den Tag – es findet ein Dialog statt. Dabei stehen die Bedürfnisse der Kinder im Vordergrund. In einem gemeinsam gestalteten rhythmischen Tagesablauf fließen Vorstellungen und aktuelle Wünsche der Kinder ein. So lernen sie demokratische Mechanismen wie z.B. das Einbringen von Ideen, Wahl und Abstimmung kennen. Kinder und ErzieherInnen haben das Selbstverständnis von lernenden Gemeinschaften, wo jeder von jedem lernt und Anregungen für seine persönliche Entwicklung erhalten kann.

3. Miteinander von Eltern und Mitarbeitern

Die enge Zusammenarbeit zwischen Kinderhaus und Eltern basiert auf einem respektvollen Austausch von Informationen und Erfahrungen das Kind betreffend. Die Eltern gestalten das Kinderhaus auf allen Ebenen mit, indem sie Aufgaben und Verantwortung im Kinderhausalltag übernehmen und sich in die Organisationsstruktur des Vereins einbringen. Das Kinderhaus wird im Rahmen der Vereinsstruktur von Eltern und MitarbeiterInnen eigenverantwortlich gestaltet. Die so auch gemeinsam mit Eltern entwickelte, hauseigene Pädagogik soll allen Eltern vermittelt werden. So ist es möglich die Schnittstelle Kinderhaus/Elternhaus auszugleichen, die Arbeit im Kinderhaus mit den Kindern wird verständlich und eventuell können Ansätze auch in der Familie umgesetzt werden, aktuelle Themen aus der Familie auch ins Kinderhaus eingebracht werden.

Ziel ist die Gestaltung einer aktiven (Erziehungs-) Partnerschaft zwischen Kinderhaus und Elternhaus, die von einem gemeinsamen Dialog geprägt ist. Das Kinderhaus ist ein Ort des Austausches, sei es durch die Thematisierung von pädagogischen Richtungen im Rahmen der stetigen Konzeptentwicklung, durch Bildungsangebote (z.B. Erste-Hilfe-Kurs, Ausstellungen, Vorträge, Bibliothek) oder durch thematische Abende von Eltern für Eltern. Im Kinderhaus des cocolores e.V. wird insgesamt ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Eltern und Mitarbeiter- Innen angestrebt.

Der Elternrat hat dabei die Vermittlerrolle zwischen den Eltern und MitarbeiterInnen sowie zwischen Kinderhaus und dem Stadtelternbeirat. Im Austausch mit den MitarbeiterInnen und Eltern gibt es flexible Öffnungszeiten, flexible Bring- und Abholzeiten mit individuell verbindlichen Kernzeiten. Das Kinderhaus ist ein Vermittlungsort zusätzlicher Serviceleistungen (z.B. Babysitterkartei) sowie ein Ort des Verweilens für die Eltern (Elterncafe, Bibliothek, Elternengagement). Alle MitarbeiterInnen des cocolores e.V., insbesondere die pädagogisch Tätigen, identifizieren sich mit dem Hauskonzept, erfüllen dieses mit Leben und setzen es im Alltag um. Die ErzieherInnen haben ein pädagogisches Konzept entwickelt und sind für dessen kontinuierliche Weiterentwicklung (mit-)verantwortlich. Sie bereiten eine anregende Umgebung für die Kinder vor, sind da, begleiten und beobachten die Kinder. Sie dokumentieren die Arbeit mit den Kindern und machen die pädagogische Arbeit transparent (Ausstellungen, Mappen, Tagebücher, Elterngespräche, Elternabende etc.). Sie beachten und fördern die ausgeglichene Entwicklung der Fähigkeiten der einzelnen Kinder ohne sie zu überfordern (motorische, emotionale, sprachliche, intellektuelle, soziale Entwicklung). Aktuelle Sympathien oder Antipathien zwischen den Kindern und zwischen Kind und ErzieherIn werden respektiert. Die ErzieherInnen sind selbst engagierte, lernende, gewährende BegleiterInnen und BeobachterInnen. Sie arbeiten als Spezialisten im vielfältigen Team (nicht alle müssen alles machen, arbeiten mit Schwerpunkt und/oder nach Interesse). Für jede Gruppengemeinschaft gibt es feste ErzieherInnen AnsprechpartnerInnen und Bezugspersonen für Kinder und Eltern. Der jeweilige Gruppenalltag im offenen Kinderhaus wird von den ErzieherInnen der Gruppengemeinschaften organisiert. Das Team steht in engem Kontakt mit dem cocolores e.V. – dem Träger des Kinderhauses. Die Mitgliedschaft im cocolores e.V. steht allen im Kinderhaus Beschäftigten offen und ist Bestandteil des Trägerkonzeptes. Die ErzieherInnen arbeiten ggf. in Arbeitsgruppen der Eltern mit und können ebenso neue Arbeitsgruppen bei Bedarf anregen. Die (Eltern-) Arbeitsgruppen tauschen sich mit dem pädagogischen Team aus. Für die Vermittlung von pädagogischen Zielen und Inhalten ist das Team als pädagogische Kompetenz zuständig (z.B. in Elterngesprächen, Elternabenden).

Die Eltern sind Experten ihrer Kinder. Diese Haltung ist Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit mit den Eltern und Grundlage für den täglichen Austausch von Informationen über die Befindlichkeiten des Kindes. Im pädagogischen Team gibt es transparente Entscheidungsstrukturen und Zuständigkeiten (Elternrat, ErzieherInnen, pädagogische Leitung, betrieblich-organisatorischeLeitung). Das Team holt sich Hilfe von außen zur Reflexion der eigenen Arbeit und der Teamarbeit, hält Kontakt und steht im Austausch mit anderen Kindereinrichtungen, ErzieherInnen und FachberaterInnen. Eine kontinuierliche Teilnahme der MitarbeiterInnen an Fort-, Weiterbildungen und Supervision ist erwünscht.

4. Miteinander von Kinderhaus und Stadtteil

Den Kindern soll ermöglicht werden, Umwelt und Natur in der Äußeren Neustadt und ihrer Umgebung zu erkunden und kennen zu lernen, z.B. Prießnitz, Elbe, Dresdner Heide, Alaunplatz, Straßen, Geschäfte und Orte, Geschichte und Geschehen. In der Umsetzung der pädagogischen Arbeit werden vorhandene Strukturen (zum Beispiel Kinderbauernhof Panama) genutzt. Die Kinder können ihren Stadtteil kennen lernen und der Stadtteil soll das Kinderhaus kennen. Das Kinderhaus des cocolores e.V. soll mit seinen entsprechend gestalteten Räumlichkeiten ein Ort für Treffen und Erfahrungsaustausch werden z.B. in Form von Generationen-Austausch, Vorträgen, Vernetzung von Vereinen oder Kinderfesten. So können beispielsweise die Erfahrungen in der Umsetzung der neuesten Erkenntnisse von Neurobiologie und Pädagogik sowie der Ernährungswissenschaften, die sich in unserem Kinderhaus erleben lassen, allen Interessierten in geeigneter Form zugänglich gemacht werden.

Der Träger besitzt ein Selbstverständnis von Mitwirken und Mitgestalten in der Gesellschaft und möchte dies gerne gemeinsam mit anderen tun oder anderen dazu die Möglichkeit geben. Der cocolores e.V. möchte sich in bestehende Strukturen einbringen, strebt einen inhaltlichen und/oder organisatorischen Austausch mit anderen Kindertageseinrichtungen und Schulen an und möchte gegebenenfalls an wissenschaftlichen Projekten teilnehmen. Schon jetzt gibt es eine gute Zusammenarbeit mit verschiedenen Kinderläden/Initiativen (Kichererbsen, Känguru, Huckepack, Startblock) sowie dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband. Die unmittelbare Nachbarschaft zum Kindergarten der Diakonie und dem städtischen Kindergarten auf der Löwenstraße wird zum Erfahrungsaustausch sowie bei öffentlichen Problemen (Parkmöglichkeiten und Durchgangsverkehr in der Holzhofgasse) zur Zusammenarbeit genutzt. Um den Kindern einen einfachen und lustvollen Übergang zur Schulzeit zu ermöglichen, sollen Schulen als feste Kooperationspartner gewonnen werden, so dass die Schnittstelle Kinderhaus/Schule für alle Beteiligten möglichst aufbauend und transparent gestaltet werden kann (Kinder, Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen). So soll es zur Schulvorbereitung der Vorschulkinder mit den benachbarten Schulen einen regen Austausch geben. Die Lehrer können die zukünftigen Schulkinder in der gewohnten Umgebung des Kinderhauses kennen lernen und die Vorschulkinder erleben die Schule gemeinsam mit ihrer vertrauten Kindergruppe.

Zur ständigen Weiterentwicklung des Konzeptes ist der cocolores e.V. stets offen für neue Inhalte und bemüht sich eng mit entsprechenden Fachleuten zusammenzuarbeiten. Kinder, die eine spezielle Förderung von Experten benötigen, sollen dies möglichst im Kinderhaus in den für sie bestmöglichen Zeiten erhalten. Der Bau des Kinderhauses sowie die Nutzung regenerativer Energien wurden dokumentiert, um so auch externen Gruppen präsentiert werden zu können. Die öffentliche Darstellung modernen, zukunftsfähigen Bauens in Fachvorträgen oder Führungen ist genauso Ziel, wie die Einbindung in den Agenda-21-Prozess der Stadt Dresden. So soll der Weg des baubiologischen Bauens unter Einbindung regenerativer Energien auch Signal an andere sein, dieses nachzuahmen und somit die Lebensgrundlagen des Menschen zu erhalten.

5. Miteinander in einer schnelllebigen Gesellschaft

Die Eltern- und MitarbeiterInnen-Initiative cocolores e.V. hat sich gegründet, um weitere Kita-Plätze in der Äußeren Neustadt in Dresden zu schaffen. Eine neue Kindertageseinrichtung, die den Anspruch hat, den Kindern der bunten Neustadt in einem ebenso vielfältigen Kinderhaus Entfaltungsmöglichkeiten zu schaffen. Das „co” steht dabei für ein Miteinander, das „colores” für die bunte Vielfalt der Beteiligten: Kinder, Eltern, ErzieherInnen, klein, groß, dick, dünn, laut, leise, schnell, langsam, krank, gesund, … Das Haus soll als ökologische Insel und sozialer Treffpunkt inmitten der Stadt stehen. Die transparente, ökologische Architektur und der Einsatz regenerativer Energien, die sinnesanregende Gestaltung der Innen- und der Außenräume und das nach innen und außen geöffnete Kinderhaus soll eine Oase inmitten der fast „versiegelten” Neustadt sein.

Das Kinderhaus übernimmt mit der Betreuung, Erziehung und Bildung der Kinder wichtige gesellschaftliche Aufgaben. Das bedeutet, die Kinder in ihrem Sein ernst zu nehmen und auf die Zukunft vorzubereiten, in dem ihnen Traditionen und kulturelle Erfahrungen nahe gebracht werden und der achtungsvolle Umgang mit der Vielfalt des Lebens alltäglich wird. Innerhalb des pädagogischen Verständnisses im Kinderhaus spielt die Vermittlung von Sozialkompetenz eine wichtige Rolle – Vertrauen in sich und andere, Konfliktfähigkeit und das Annehmen und Zeigen von Gefühlen soll für die Kinder erfahrbar werden. Ziel ist es, den Kindern in einer Gesellschaft mit vielen und schnellen Veränderungen einen Ort der Stabilität und Geborgenheit zu bieten. Die Veränderungen innerhalb der Gesellschaft sollen aber nicht nur gespiegelt und erfahren werden, sondern es soll auch gemeinsam mit den Eltern und den MitarbeiterInnen lokalpolitisch Einfluss genommen werden, um Veränderungen kreativ bewirken zu können. Der cocolores e.V. möchte mit einem sozial- und umweltpolitisch aktiven Kinderhaus die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen mitgestalten.

Das Kinderhaus nimmt vorrangig Kinder aus Familien der Dresdner Neustadt auf, in ihrer ganzen Buntheit. Die Eltern sind laut Trägerkonzept in die Organisationsstruktur des Vereins eingebunden und können sich in allen Ebenen einbringen. Dabei wird die aktuelle Familiensituation stark Beachtung finden und individuelle Möglichkeiten der Familie fließen in die Arbeit des Kinderhauses ein. So ist es möglich die Schnittstelle Kinderhaus/Elternhaus auszugleichen, die Arbeit im Kinderhaus mit den Kindern wird verständlich und eventuell können Ansätze auch in der Familie umgesetzt werden, aktuelle Themen in der Familie auch ins Kinderhaus eingebracht werden. Um auf die Individualität des Kindes konkret eingehen zu können (ihren charakterlichen Besonderheiten und verschiedenartigen persönlichen Erfahrungen), bedarf es einer respektvollen Zusammenarbeit mit den engsten Bezugspersonen der Kinder. Die aktuellen Lebensbedingungen der Familie fließen in einem ständigen vertrauensvollen Austausch zwischen den Eltern und dem Kinderhaus in die tägliche Arbeit ein. Nur so wird ein sensibler Übergang zwischen dem Leben in der Familie und dem Tag im Kinderhaus ermöglicht. Das Kinderhaus soll im Rahmen der gesetzlichen, finanziellen und personellen Möglichkeiten den Bedürfnissen der Eltern und Kinder gerecht werden. Dies wird einerseits durch lange Öffnungszeiten, flexiblen Bring- und Abholzeiten mit individuell verbindlichen Kernzeiten und andererseits durch Schaffung eines Vermittlungsortes zusätzlicher Serviceleistungen erreicht (z.B. Babysitterkartei). Das Haus selbst ist auch für die Eltern ein Ort des Verweilens (Elterncafe, Bibliothek, Elternengagement im Kinderhaus,…).

Die Konzeption des Kinderhauses für Kinder bis zum Schuleintritt bietet Familien die Möglichkeit einer langjährigen Beziehung im Bereich der außerfamiliären Betreuung. Das heißt, dass die Kinder die Zeit bis zur Schulreife im Kinderhaus ohne Einrichtungswechsel verbringen und Geschwisterkinder zusammen im Kinderhaus sein können.

6. Miteinander für einen guten Lebensstart

Das Kinderhaus soll neben und mit der Familie den Kindern helfen, eine authentische Persönlichkeit zu werden. Das Kind soll seine aktuellen Bedürfnisse erkennen, einordnen und artikulieren, diese in Interaktion zu den Bedürfnissen der anderen setzen und gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten oder Kompromissen suchen. Die Kinder erfahren, dass sie mit allen ihren Gefühlen ganz sie selbst sein können; die ErzieherInnen respektieren das Kind in seiner Eigenart – sie unterstützen und lenken es. Ausgestattet mit der Bereitschaft, sich selbst zu reflektieren, leben sie den Kindern den authentischen Umgang mit Bedürfnissen und Gefühlen vor.

Im Kinderhaus des cocolores e.V. gibt es viel Raum und Zeit für das Spiel der Kinder. Mit einfachem, vielfältig zu verwendendem Spielmaterial entfalten die Kinder schöpferisch frei ihre Fantasie, ihre Individualität, ihre kreativen Kräfte. Die Reduzierung von Sachen und Angeboten ist daher die wesentliche Grundlage in der pädagogischen Arbeit. Alters- und entwicklungsspezifische Angebote beziehen sich auf eine aktuelle Situation, einen traditionellen oder jahreszeitlichen Hintergrund oder sind Projekte, die durch Befragung oder Beobachtung der Kinder entstehen. Das Kinderhaus möchte der Vielfalt des Lebens entsprechen, soll Einblicke in verschiedene Kulturen der Welt geben, Sinne anregen, aber nicht überfluten, soll Anreiz geben, es selber zu probieren, soll nicht fertig sein, sondern Wege zeigen. Die Kinder haben parallel dazu jederzeit die Möglichkeit, sich auszuruhen und zu entspannen. Jedes Kind wird individuell als eigene Persönlichkeit betrachtet und begleitet werden, soll selbständig werden, seinen Tag selbst gestalten können, die Welt erleben und erfahren, sich selbst bewusst werden und -sein, Bedürfnisse anderer erkennen und respektieren und gemeinsam mit anderen gestalten und handeln. Dies alles wird den Kindern in einem durch Alltag geprägten, gemeinsamen, rhythmischen Tagesablauf ermöglicht.

Im Kinderhaus des cocolores e.V. soll die Lust am Lernen entdeckt, erhalten und gefördert werden und somit auch auf die Schule vorbereitet werden. Lernen wird hier als stetiger, individueller Prozess aus eigenem Antrieb und eigener Neugier verstanden. Die „neuen” Kinder werden Zeit haben, die verschiedenen Räume und Orte von den jeweiligen Gruppengemeinschaftsräumen aus selbst zu erschließen. Die Gruppengemeinschaft ist für Kinder und Eltern der stetige Bezugspunkt im Kinderhaus. Den ErzieherInnen obliegt dabei die Aufgabe, die Kinder einzeln und im Gruppenprozess zu beobachten, um Verhaltensweisen, Interessen und Fähigkeiten zu erkennen und verstehen zu können und die Einhaltung von Grenzen und Regeln zu sichern.

Außerhalb des Hauses, im anschließenden Garten ist neben dem Nutzgarten eine Freifläche für die Kinder, die ihnen durch ihre offene Gestaltung eine vielseitige, naturnahe und nicht vorherbestimmte Nutzung ermöglicht. Der Garten ist natürlicher Erlebnisbereich zum Spielen, Forschen, Klettern und Ruhen mit Hecken, Bäumen, Steinen, Hügeln, Weidengängen, Sandkasten und Matschplatz. Dies ermöglicht eine offene Arbeit, in welcher sich die Kinder nach bestimmten Absprachen und Regelungen ihre Beschäftigung selbst suchen. Das Kinderhaus versteht sich als Lernort für alle. Das bedeutet für alle Beteiligten einerseits die Möglichkeit zum (lebenslangen) Lernen im, mit und durch das Kinderhaus, andererseits wird die Bereitschaft zum Lernen auch eingefordert. Das Kinderhaus soll kein statisch im Vorfeld entworfenes Gebilde, sondern ein immerwährender Prozess mit der Innen- und Außenwelt sein. So entwickeln die MitarbeiterInnen des Kinderhauses das pädagogische Konzept in Anlehnung an den „Sächsischen Bildungsplan” kontinuierlich weiter. Diesen Prozess “Kinderhaus” sollen möglichst auch Auszubildende, PraktikanntInnen, FSJ- und FÖJlerInnen und andere Interessierte erleben dürfen. Dadurch findet ein reger Austausch im Team statt, der die MitarbeiterInnen in ihrer Reflexionsarbeit unterstützt. Das Kinderhaus des cocolores e.V. ist mit seinen entsprechend gestalteten Räumlichkeiten ein Ort für Treffen und Erfahrungsaustausch. Der Träger besitzt ein Selbstverständnis von Mitwirken und Mitgestalten in der Gesellschaft und möchte dies gerne gemeinsam mit anderen tun oder anderen dazu die Möglichkeit geben. Der cocolores e.V. möchte sich z.B. in bestehende Strukturen einbringen, hat einen inhaltlichen und/oder organisatorischen Austausch mit anderen Kindertageseinrichtungen und Schulen und möchte gegebenenfalls an wissenschaftlichen Projekten teilnehmen.

7. Miteinander von Mensch und Natur

Die Räumlichkeiten des Kinderhauses wurden durch einen Neubau realisiert, der in Form eines Passivhauses verwirklicht wurden. Zu dieser zukunftsorientierten ökologischen Bauweise gehört die Energiegewinnung durch ressourcenschonende Techniken wie Erdwärme und Solarkollektoren. Der Einsatz von regenerativen Energien und die Bauweise nach baubiologischen Kriterien erfolgt mit dem Ziel, die Kinder früh mit einer verantwortungsbewussten ganzheitlichen Sichtweise vom Mensch in seiner natürlichen Umgebung und ökologischen Zusammenhängen vertraut zu machen. Dazu wird neben einem Nutzgarten im Außengelände eine hauseigene, professionelle „gläserne” Küche angestrebt: Dort soll der Prozess zwischen Urproduktion (z.B. Kräuter und Obst) und fertiger Mahlzeit abgebildet werden. Die eigene Küche stellt einen der wichtigsten Bestandteile des Konzeptes dar. Dort werden Öko- Produkte möglichst regionaler Herkunft zubereitet, wobei die Kinder täglich zuschauen können. Sie erleben, was gesunde, ausgewogene Ernährung bedeutet und erfahren Essen nicht als Nahrungsaufnahme sondern als sinnliches Erlebnis von Sehen, Riechen, Fühlen, Schmecken. In jedem Gruppenraum gibt es eine „Kinderküche”, um den Kindern auch die Möglichkeit zur eigenen Verarbeitung von Lebensmitteln und zur Zubereitung von Speisen zu geben. Im Nutzgarten des Kinderhauses wird Gemüse angebaut werden, welches die Kinder selbst pflegen, ernten, zubereiten und gemeinsam essen können. Kinder mit Lebensmittelallergien oder Unverträglichkeiten werden aus der hauseigenen Küche mit individuell verträglichem Essen versorgt, so dass auch in diesem Bereich keine Ausgrenzung erfolgt.

Dresden, Oktober 2008 (beschlossen auf der MV am 27.11.2008)

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